Kulturbüro Elisabeth Berlin
Kultur Raum geben

Marginal Consort

Montag, 6. Juni 2016

Beginn: 19.30 Uhr 
Einlass: 19 Uhr 

 

St. Elisabeth
Marginal Consort
Das legendäre japanische Avantgarde-Improvisations-Kollektivs Marginal Consort spielt am 6. Juni sein erstes deutsches Konzert bei uns in der St. Elisabeth-Kirche. 2016 treten sie auf europäischem Boden nur in einer weiteren Show in der South London Gallery auf – eine seltene Gelegenheit, die Performer live zu erleben, die seit der Gründung von Marginal Consort 1997 nur ein Konzert pro Jahr spielen. Marginal Consort ist in den 70er Jahren hervorgegangen aus East Bionic Symphonia, einem großen Improvisations-Ensemble im Geist von Takehisa Kosugis (in letzter Zeit u.a. 2015 im Whitney Museum aufgetreten) Gruppe Ongaku and Taj Mahal Travellers Projects.

Marginal Consort besteht aus vier Künstlern, allesamt Studenten von Takehisa Kosugi der radikalen Bigaku School of Aesthetics der 70er Jahre: Kazuo Imais, Tomonao Koshikawas, Kei Shiis und Masami Tadas Forschung ist primär auf die Beziehung zwischen Klang und visueller Kunst gerichtet. Ihre Klangsprache in der Tradition des Free Jazz und der Avantgarde des japanischen Fluxus stützt sich nicht nur auf das komplexe instrumentelle Vokabular von E-Gitarre, modernen, traditionellen und asiatischen akustischen Instrumenten, Alltagsgegenständen, Perkussion und Tonbandeinspielungen, sondern auch auf starke dramaturgische, poetische und szenische Komponenten.

Während ihrer Auftritte sitzen die Musiker umrundet vom Publikum. Die einzelnen Instrumente beanspruchen viel Raum und Zeit, sie werden zu abstrakten, plastischen Klangskulpturen, die in einem hörbaren schöpferischen Akt im Rahmen der Live-Aufführung entstehen. Der stetige und sich langsam aufbauende Verlauf der Musik entfaltet sich über drei Stunden, die organischen Soundtexturen erschließen sich aufgrund ihrer Komplexität erst ab einer gewissen Dauer und münden in ein Klangkontinuum. Die Klänge, akustisch oder elektronisch manipuliert, schwingen magnetisch und hypnotisch in fließenden Linien im Raum, scheinen oft für einige Momente stehenzubleiben, werden daraufhin strukturfrei und intuitiv neu definiert und akzentuiert, um letztlich eine radikale Mischung aus der Improvisation elektronischer, psychedelischer und traditioneller japanischer Musik zu einem einzigartigen stimmigen Ganzen zu verbinden.

Eintritt: 16 €, erm. 9 € zzgl. 10% VVK-Gebühr, Karten über www.reservix.de 

Foto von Kazuyuki Funaki 

Videoslinks:
www.youtube.com/watch?v=jRYyQ3sSYBQ
www.youtube.com/watch?v=P6VFpuOmom4
www.youtube.com/watch?v=bz78Bgu_x_w
www.youtube.com/watch?v=XK1maNOOpSQ
www.youtube.com/watch?v=uwCEeKs7oZE
www.vimeo.com/72401784