"Besser allein als in schlechter Gesellschaft": Lesung & Gespräch mit Adriana Altaras
19 Uhr
Musikalische Begleitung: Hebräischer Chor Berlin
Adriana Altaras erzählt von ihrer Tante Jele, die 101 Jahre alt wurde, die spanische Grippe, das KZ und ihre norditalienische Schwiegermutter überlebte. Von einer so liebevollen wie eigensinnigen Beziehung. Und davon, wie man lernt, das Leben anzunehmen. Als ihre Eltern aus Zagreb fliehen müssen, kommt Adriana mit vier Jahren zu ihrer Tante nach Italien. Dorthin wird sie ihr Leben lang zurückkehren. Auch als Adrianas Mann sie nach dreißig Jahren Ehe verlässt, ist es ihre 98-jährige Tante, die ihr am Gardasee mit jeder Menge Pasta, pragmatischen Ratschlägen und Barbesuchen zur Seite steht. Ausgerechnet Teta Jeles hundertsten Geburtstag können sie nicht miteinander feiern. Adrianas Tante ist im Pflegeheim, wegen der Pandemie darf sie keinen Besuch empfangen. Umso häufiger telefonieren die beiden miteinander. Und lassen dabei Jeles Jahrhundertleben Revue passieren. Adriana Altaras entwirft ein zartes und zugleich irre komisches Porträt einer wunderbar eigensinnigen Frau.
Über Adriana Altaras
Adriana Altaras wurde 1960 in Zagreb geboren, lebte ab 1964 in Italien, später in Deutschland. Sie ist die Tochter ehemaliger jüdischer Partisanen aus dem heutigen Kroatien. Der Vater setzte sich 1964 ins Ausland ab, die Familie sollte nachkommen. Die Behörden entzogen jedoch der Mutter den Pass. Familienmitglieder aus Mantua schmuggelten daraufhin die vierjährige Tochter aus dem Land. Drei Jahre lang lebte sie bei Tante und Onkel in Italien. Sie studierte Schauspiel in Berlin und New York, spielte in Film- und Fernsehproduktionen und inszeniert seit den Neunzigerjahren an Schauspiel- und Opernhäusern. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Bundesfilmpreis, den Silbernen Bären für schauspielerische Leistungen und den Deutschen Hörbuchpreis.
Musikalische Begleitung
Der Hebräische Chor Berlin wurde 2014 in der Sophienkirche gegründet und repräsentiert eine Vielfalt an Lebenswirklichkeiten, Hintergründen, Kulturen und Religionen. Das Repertoire umfasst zeitgenössische hebräische Lieder und klassische israelische Chorstücke, die Heimat, Zugehörigkeit und Sehnsucht thematisieren.
Tickets:
Vorverkauf 13 €, erm. 7 € zzgl. Gebühr / Abendkasse: 19 €, erm. 13€. Ermäßgung für Schüler und Sozialhilfeempfänger. Vorverkauf bei Sophiefair, Gr. Hamburger Str. 29, 10115 Berlin about_bookshop, Linienstr. 114, 10115 Berlin; Golda - books and more, Anklamer Str. 39, 10115 Berlin
Veranstalter:
Förderverein Sophienkirche Berlin e.V.. Moderiert von Jörg Braunsdorf.
Foto © Martin Walz